Ausschreibungs­verfahren – das ist wichtig.

Ist Ihre Anlage betroffen?
Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetzes 2017 (EEG 2017) gilt für Anlagenbetreiber die verpflichtende wettbewerbliche Ermittlung der Vergütungshöhe am Markt durch Ausschreibungen. Das Ausschreibungsverfahren wird durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) durchgeführt.

Gefördert werden dabei die Anlagenbetreiber (Akteure), die die geringste Förderung für ihre Neuanlage fordern. Weitere Kriterien sind die Einhaltung des Höchstwertes und des Ausschreibungsvolumens. Betroffen sind Solaranlagen, Windenergieanlagen an Land und Biomasseanlagen, die neu in Betrieb genommen werden. Unter gewissen Voraussetzungen können auch Biomasse-Bestandsanlagen am Ausschreibungsverfahren zur Verlängerung der Vergütungsfähigkeit und zum Erhalt einer Anschlussförderung teilnehmen.

Die wichtigsten Details haben wir hier nochmals energieträgerspezifisch für Sie zusammengefasst. Umfassende Informationen erhalten Sie zudem auf der Seite der Bundesnetzagentur.

 

Das sind die gesetzlichen Vorgaben
Die Einspeisung erneuerbarer Energien unterliegt einigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Wir haben Ihnen nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Gesetze zusammengestellt.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trat erstmalig am 01.04.2000 in Kraft und dient der Förderung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung und -versorgung. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung soll etappenweise erhöht werden:

  •  um 40 bis 45 % bis zum Jahr 2025
  •  um 55 bis 60 % bis zum Jahr 2035
  •  um mindestens 80 % bis zum Jahr 2050.


Zudem garantiert das EEG dem Erzeuger eine feste Einspeisevergütung.

zum aktuellen EEG

Clearingstelle EEG

Die Clearingstelle EEG klärt Streitigkeiten und Anwendungsfragen im Bereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Beteiligte sind vornehmlich Anlagen- sowie Netzbetreiber.

zur Clearingstelle EEG

Bundesnetzagentur (BNetzA)

Zentrale Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, den Wettbewerb in den Energie-, Telekommunikations-, Post- und Eisenbahnmärkten zu fördern und durch die Beschleunigung der Planung neuer Stromleitungen sicherzustellen, dass Energie auch in Zukunft verlässlich verfügbar ist und bezahlbar bleibt. Die vielfältigen Aufgaben der Bundesnetzagentur lernen Sie auf der Webseite der BNetzA kennen.

zur Bundesnetzagentur

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) trat erstmalig am 01.04.2002 in Kraft, um die Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung zu erhöhen: bis zum Jahr 2025 auf 120 Terawattstunden (TWh)*. Das schont die Umwelt und sorgt dafür, dass Klimaschutzziele erreicht werden können. Dafür ist die Förderung der Modernisierung sowie der Neubau von KWK-Anlagen erforderlich.

zum aktuellen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

*eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden. Zum Vergleich: 386 Terawattstunden wurden 2016 aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. (Quelle: umweltbundesamt.de)

Mieterstrom

Am 25. Juli 2017 wurde das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet, das unter anderem die Förderung bestimmter Mieterstrommodelle vorsieht. Betreiber von Solaranlagen auf Wohngebäuden können für den von Mietern im gleichen Haus oder in räumlicher Nähe verbrauchten Strom einen Mieterstromzuschlag geltend machen, wenn ihre Anlage nach dem 25. Juli 2017 in Betrieb gegangen ist und eine installierte Leistung von 100 kW nicht überschreitet. Der von Mietern nicht verbrauchte Strom kann in das Netz der öffentlichen Versorgung eingespeist und vergütet werden.

Der Mieterstromzuschlag entspricht der Photovoltaik-Einspeisevergütung, die von der Anlagengröße abhängig ist, abzüglich eines vom jährlichen Photovoltaik-Zubau abhängigen Abschlags. Somit ergibt sich ein Mieterstromzuschlag zwischen 2,2 und 3,8 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt ist die Förderung auf einen jährlichen Zubau von 500 MW installierter Leistung begrenzt. Für Mieter entfallen bei Bezug von Mieterstrom einige Kostenbestandteile im Vergleich zum Bezug aus dem Netz der öffentlichen Versorgung (Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgabe).

Weitere Informationen:
BMWi
Bundesregierung