Auslauf des EEG Vergütung Anspruches - Was tun nach dem Ende der EEG-Förderung?

Mit dem Bundesratsbeschluss vom 18.12.2020 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 wurden die Regelungen zur auslaufenden EEG-Förderung grundlegend überarbeitet. Hiervon betroffen sind alle EEG-Anlagen mit einer Inbetriebnahme vor dem 01.01.2001.

EEG 2021- Zukünftige gesetzliche Regelungen

Folgende Optionen bestehen zum Weiterbetrieb ihrer ausgeförderten EEG Anlage. (Diese Möglichkeiten sind vorbehaltlich einer abschließenden Bewertung durch den Gesetzgeber).

Regelungen für EEG Anlagen mit einer installierten Leistung bis100 kW:

1.   Weiterbetrieb der Anlage im Messkonzept der „Volleinspeisung“

Sie betreiben Ihre Anlage wie bisher und speisen den gesamten Strom in das Netz der allgemeinen Stromversorgung ein. Sie müssen vorerst nichts unternehmen.Die eingespeiste Strommenge wird von der NGN MBH aufgenommen und Ihnen mit einem Jahresmarktwert vergütet. Diese Option ist befristet und endet am 31.12.2027.

Hier finden Sie die aktuellsten Jahresmarktwerte:  Netztransparenz > EEG > Marktprämie > Marktwerte

2.  Umstellung des Messkonzeptes auf Überschusseinspeisung bzw. Selbstverbrauch

Sie können Ihr Messkonzept umstellen und nutzen den erzeugten Strom selbst. Es wird nur der Strom in das Netz eingespeist welcher nicht von ihnen verbraucht wird. Wie unter Punkt 1 wird die eingespeiste Strommenge von der NGN MBH aufgenommen und mit einem Jahresmarktwert vergütet.

Wichtig: Hierzu ist ein Umbau Ihrer Messeinrichtung zwingend erforderlich. Dieser ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Bitte sprechen Sie hierzu einen konzessionierten Elektroinstallateur an, der diesen Umbau vornehmen kann. Die Änderung des Messkonzeptes muss bei der   NGN MBH angemeldet und genehmigt werden.

Hinweis: Bei Umstellung des Messkonzeptes von Anlagen größer 30kW bzw. bei einem Eigenverbrauch von mehr als 30.000 kWh ist die gesetzliche EEG Umlage auf den Eigenverbrauch abzuführen.

3.   Volleinspeisung und Abnahme des Stroms durch einen Direktvermarkter

Sie verkaufen ihre vollständig erzeugte und eingespeiste Energie an einen Stromhändler (Direktvermarkter) Hierzu ist eine Anmeldung des Direktvermarkter bei der NGN MBH erforderlich. Außerdem sind entsprechende Melde- und Wechselfristen zu berücksichtigen. Für diese Option ist der Umbau ihrer Messeinrichtung auf eine registrierende Leistungsmessung erforderlich.

Regelungen für EEG Anlagen mit einer installierten Leistung größer 100 kW:

Für Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100kW besteht ab dem 01.01.2021 die Verpflichtung die erzeugte Energiemenge an einen Direktvermarkter zu verkaufen. Hierbei sind entsprechende Wechselfristen zu berücksichtigen.

Ausnahme: Windenergieanlagen mit einer Leistung größer 100kW fallen bei Erreichung der Förderdauer ohne Meldung eines Direktvermarkters in die Aufnahme und Vergütung durch den Netzbetreiber. (siehe Option 1 bei Anlagen kleiner 100kW). Diese Ausnahme ist bis zum 31.12.2021 befristet!