Auslauf des EEG Vergütung Anspruches – Was tun nach dem Ende der EEG-Förderung?

Beginnend mit dem Jahr 2021 ist für die ersten EEG Erzeugungsanlagen der Vergütungsanspruch zur EEG Förderung ausgelaufen. In den kommenden Jahren sind hiervon immer mehr Betreiber von EEG Anlagen betroffen.

Mit dem Bundesratsbeschluss vom 18.12.2020 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 wurden die Regelungen zur auslaufenden EEG-Förderung grundlegend überarbeitet.

Fragen und Antworten zu ihrer ausgeförderten EEG Anlage

Warum wurde mein Einspeisevertag gekündigt?

Zunächst sind Einspeiseverträge grundsätzlich nicht verpflichtend. Da in der Vergangenheit aber einige Verträge geschlossen wurden, senden wir an alle betroffenen EEG Anlagenbetreiber vorsorglich ein Kündigungsschreiben.

Was ist, wenn ich gar keinen Einspeisevertag geschlossen habe?

Alle grundsätzlichen Regelungen zur Einspeisung sind durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt. Hat ihre Anlage bereits für 20 Jahre eine EEG Vergütung erhalten, so läuft der Vergütungsanspruch auch ohne einen separaten Einspeisevertrag aus. Eine Kündigung bzw. ein Kündigungsschreiben ist für die NGN MBH eine rechtlich notwendige Formsache.

Bekomme ich meinen eingespeisten Strom auch nach Ablauf der EEG Förderung von der NGN vergütet?

Auch nach Auslauf der EEG Förderung besteht weiterhin die Möglichkeit von der NGN MBH eine Einspeisevergütung für eingespeisten Strom zu erhalten. Die Vergütungshöhe ist hierbei abhängig vom sogenannten „Jahresmarktwert“ (ca. 2 bis 5 ct/kWh). Die Vergütungszahlungen sind an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Die Zahlung der Einspeisevergütung gilt nur für EEG Anlagen bis zu einer installierten Leistung von 100 kWp.(außer Windkraft à Sonderregelung)
  • Die Zahlung ist gesetzlich bis zum 31.12.2027 befristet
  • Für alle Anlagen größer 100 kW und alle Windkraftanlagen besteht eine Direktvermarktungspflicht, d.h. die eingespeiste Strommenge muss einem Stromhändler (Direktvermarkter) angeboten werden.
     

Hier finden Sie die Jahresmarktwerte

Welche Möglichkeiten habe ich zum Weiterbetrieb einer ausgeförderten Anlage?

  • Weiterbetrieb der Anlage im Messkonzept der „Volleinspeisung“
    Sie betreiben Ihre Anlage wie bisher und speisen den gesamten Strom in das Netz der allgemeinen Stromversorgung ein. Sie müssen vorerst nichts unternehmen.
    Die eingespeiste Strommenge wird von der NGN MBH aufgenommen und Ihnen mit einem Jahresmarktwert vergütet. Diese Option ist befristet und endet am 31.12.2027
     
  • Umstellung des Messkonzeptes auf Überschusseinspeisung bzw. Selbstverbrauch
    Sie können Ihr Messkonzept umstellen und nutzen den erzeugten Strom selbst. Es wird nur der Strom in das Netz eingespeist welcher nicht von ihnen verbraucht wird. Wie unter Punkt 1 wird die eingespeiste Strommenge von der NGN MBH aufgenommen und mit einem Jahresmarktwert vergütet.
    Wichtig: Hierzu ist ein Umbau Ihrer Messeinrichtung zwingend erforderlich. Dieser ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.
    Bitte sprechen Sie hierzu einen konzessionierten Elektroinstallateur an, der diesen Umbau vornehmen kann. Die Änderung des Messkonzeptes muss bei der NGN MBH angemeldet und genehmigt werden.
    Hinweis: Bei Umstellung des Messkonzeptes von Anlagen größer 30kW ist die gesetzliche EEG Umlage auf den Eigenverbrauch abzuführen.
     
  • Volleinspeisung und Abnahme des Stroms durch einen Direktvermarkter
    Sie verkaufen ihre vollständig erzeugte und eingespeiste Energie an einen Stromhändler (Direktvermarkter) Hierzu ist eine Anmeldung des Direktvermarkter bei der NGN MBH erforderlich. Außerdem sind entsprechende Melde und Wechselfristen zu berücksichtigen. Für diese Option ist der Umbau ihrer Messeinrichtung auf eine registrierende Leistungsmessung erforderlich.
    Hier finden Sie die Messkonzepte für dezentrale Erzeugungsanlagen