Das müssen Sie als Einspeiser beachten.

EEG Umlagepflicht auf Eigenversorgung

Die EEG-Umlage ist ein fester Bestandteil des Strompreises. Durch sie wird die Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien refinanziert und auf die Stromkunden verteilt. Von den Übertragungsnetzbetreibern wird die EEG-Umlage jährlich ermittelt und auf der gemeinsamen Internetplattform www.netztransparenz.de veröffentlicht – in der Regel am 15. Oktober für das Folgejahr. Dort finden Sie auch viele weitere Informationen zum Thema EEG-Umlage.

Grundsätzlich ist jeder Betreiber einer Stromerzeugungsanlage zur Zahlung einer EEG-Umlage verpflichtet, der den erzeugten Strom selbst nutzt oder damit einen Dritten versorgt. Die genauen Regelungen zur EEG-Umlagepflicht sind hierbei im § 61 EEG 2021 und ff. definiert.

Die bisherigen und aktuellen EEG-Umlagesätze finden Sie hier: EEG-Umlage (PDF)

 

Was gilt bei Neuanlagen mit einer Erstinbetriebnahme ab dem 01.01.2021?

Betreiber einer EEG Anlage sind zur Zahlung der EEG Umlage verpflichtet, wenn:

  • die installierte Leistung der Anlage 30 kW überschreitet

 

Betreiber einer KWKG-Anlage sind zur Zahlung der EEG Umlage verpflichtet, wenn:

  • die installierte Leistung der Anlage 10 kW überschreitet oder
  • mehr als 10.000 kWh des erzeugten Stroms selbst verbraucht werden (theoretisch ab einer installierten Leistung von 1,5 kW möglich)

 

Was ändert sich für meine Anlage mit einer Erstinbetriebnahme vor dem 01.01.2021? 

Zunächst muss man zwischen einer Erstinbetriebnahme vor dem 01.08.2014 und einer Erstinbetriebnahme zwischen dem 01.08.2014 bis 31.12.2020 unterscheiden.

Meine Anlage ist erstmalig vor dem 01.08.2014 in Betrieb gegangen.

  • Hierbei besteht grundsätzlich ein Bestandsschutz zur Zahlung einer EEG Umlage auf den erzeugten und selbstverbrauchten Strom. (vgl. § 61e und § 61f EEG 2021)

 

Außer:

  • Anlagenbetreiber und Letztverbraucher weisen keine Personenidentität auf
  • Nach dem 31.07.2014 gab es Veränderungen im
    • Messkonzept (Umstellung von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung bzw. auf Eigenverbrauch)
    • Betrieb der Anlage aufgrund einer Änderung des Anlagenbetreibers

 

Meine Anlage ist erstmalig zwischen dem 01.08.2014 und 31.12.2020 in Betrieb gegangen.

  • Sie sind bereits anteilig an der EEG Umlage beteiligt.
  • Ab dem 01.01.2021 ändern sich die Voraussetzungen zur Zahlung der EEG Umlage, ab dann gilt: EEG-Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kW müssen die EEG Umlage entrichten.

 

Wer erhebt die EEG-Umlage auf Eigenversorgung? 

Der zuständige Verteilernetzbetreiber, an dessen Netz ihre Stromerzeugungsanlage angeschlossen ist, hat die Verpflichtung die anfallende EEG Umlage bei Eigenversorgung zu berechnen und einzusammeln (siehe § 61j EEG 2021). In den Netzgebieten Krefeld, Straelen und Wachtendonk ist die NGN MBH der zuständige Verteilernetzbetreiber.

Dies gilt nur wenn die Voraussetzung der Personenidentität gegeben ist. Anschließend wird die EEG Umlage von der NGN an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber Amprion weitergeleitet.

Besteht keine Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Nutzer des Stroms (Letztverbraucher), dann sind Sie als Betreiber der Stromerzeugungsanlage dazu verpflichtet, die EEG Umlage an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zu melden und zu bezahlen.  Das gilt auch wenn Dritte nur „teilweise“ den Strom nutzen. Hier geht es direkt zum verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber Amprion: Registrierung EEG-Umlage (amprion.net)

 

Was bedeutet Personenidentität bei Eigenversorgung? 

Eine Eigenversorgung liegt nur vor, wenn zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Nutzer („Letztverbraucher“) des verbrauchten Stroms eine Personenidentität besteht und der Strom nicht durch das Netz der allgemeinen Versorgung geleitet wird. (Vgl. § 3 Nr. 19 EEG 2021).

Für die Feststellung der Personenidentität ist ebenfalls die Unterscheidung einer natürlichen oder juristischen Person zu berücksichtigen.

Beispiel: Der NGN wird Max Mustermann als Anlagenbetreiber der Erzeugungsanlage gemeldet, aber die Mustermann GmbH ist die Person welche den Strom aus der Anlage nutzt, dann liegt keine Personenidentität bei Eigenversorgung vor. Die Eigenversorgung wird ausgeschlossen und es wird die Versorgung eines Dritten unterstellt.

Eigenerzeugungsanlagen welche Dritte mit Strom versorgen (wenn auch nur teilweise), sind dazu verpflichtet die EEG Umlage in voller Höhe (100%) an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zu melden und zu bezahlen. Im Netzgebiet der NGN ist der zuständige Übertragungsnetzbetreiber die Amprion GmbH. Hier melden Sie ihre Umlagepflicht an Amprion: Registrierung EEG-Umlage (amprion.net)

 

Was ist bei einem Wechsel des Anlagenbetreibers zu berücksichtigen? 

Ein Betreiberwechsel ist der NGN MBH anzuzeigen. Den Wechsel können Sie bequem hier durchführen: Einspeise-Anlage-Eigentümerwechsel

Wichtig ist: Bei einem Betreiberwechsel besteht kein Bestandschutz mehr bezüglich einer eventuellen EEG Umlagebefreiung bei Eigenversorgung. Der neue Betreiber wird grundsätzlich EEG-umlagepflichtig. Einzige Ausnahme das weiterhin ein Bestandsschutz vorliegt ist, wenn es sich bei dem neuen Betreiber um den Erben des ursprünglichen Betreibers handelt. (Vgl. § 61h EEG 2021)

Hierzu benötigt die NGN MBH entsprechende Informationen von Ihnen. Bitte reichen Sie in diesem Falle das folgende Formular ein: Selbstauskunft zur Erhebung der EEG-Umlage (NGN)

 

Meldepflicht zur Erhebung der EEG-Umlage

Betreiber von Stromerzeugungsanlagen sind dazu verpflichtet dem Netzbetreiber nachzuweisen in welcher Höhe er auf die verbrauchte Strommenge EEG-Umlagepflichtig ist.

Nutzen Sie bitte hierzu unser Formular zur Selbstauskunft der EEG Umlage um ihre EEG Umlagepflicht nachzuweisen.

Ebenfalls ist zu beachten, dass Sie uns Änderungen an Ihrer Anlage, insbesondere ein Wechsel der Messkonzepte mitteilen müssen.

Gemäß § 61i (2) EEG 2021 übermitteln Sie uns bitte bis spätestens zum 28.02. des Folgejahres die erforderlichen Zählerstände zum 31.12. des vorangegangenen Kalenderjahres. Sollten uns keine Zählerstände bis zum 28.02. des Folgejahres vorliegen, wären wir gezwungen die selbst verbrauchte Strommenge zu schätzen und die EEG-Umlage in voller Höhe (100%) zu berechnen.

Weiterführende Links zum Thema EEG Umlage bei Eigenversorgung:

Direktvermarktungspflichten und -möglichkeiten bei EEG-Anlagen

Was bedeutet Direktvermarktung?

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bedeutet Direktvermarktung die Veräußerung von eingespeisten Strom an Dritte. Dieser Strom stammt demnach aus Energiearten, welche aus erneuerbaren Energien, gem. EE-Gesetz, Strom erzeugen. Nicht zur Direktvermarktung gehört Strom welcher in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage und nicht durch ein öffentliches Netz geleitet wird. (vgl. §3 Nr.16 EEG 2021)

Wer muss direkt vermarkten bzw. ab wann besteht eine verpflichtende Direktvermarktung?

Betreiber von EEG Anlagen mit einer Anlagengröße von mehr als 100 kW installierter Leistung und einer Inbetriebnahme nach dem 31.12.2015 haben die Verpflichtung, den in das Stromverteilernetz eingespeisten Strom, direkt zu vermarkten. Ein Zahlungsanspruch in Form der EEG Einspeisevergütung kann dann nicht mehr vom Netzbetreiber verlangt werden. (siehe § 19 „Zahlungsanspruch“ (1) Nr. 2 EEG 2021)

Optional besteht auch für Anlagen <100 kW die Möglichkeit ihren Strom an Dritte zu verkaufen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine registrierende Leistungsmessung.

 Hinweis: Durch die Anlagenzusammenfassungsregel gem. §24 (1) EEG 2021 kann es daher durchaus dazu kommen, dass mehrere Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen, zum Zwecke der Ermittlung einer Direktvermarktungspflicht, zusammengefasst werden.

Wer kann direkt vermarkten?

Es besteht auch für neue Anlagen mit einer installierten Leistung < 100 kW(p) die Option ihren Strom direkt zu vermarkten. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine registrierende Leistungsmessung. 

Welche Veräußerungsformen der Direktvermarktung gibt es?

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz werden mehrere Formen der Veräußerung geregelt. Der Anlagenbetreiber muss bei einer Direktvermarktungspflicht seine Anlage einer dieser Veräußerungsformen zuordnen. (vgl. §21b EEG 2021)

Folgende Veräußerungsformen sind möglich:

Die Wahl der Veräußerungsform ist der NGN MBH mitzuteilen. Zudem sind bestimmte Wechsel- und Meldefristen zu berücksichtigen.

Welche Fristen gelten bei der An-, Ab- und Ummeldung von Direktvermarktung?

Hinweis: Gemäß der Festlegung von Marktprozessen für Einspeisestellen der Bundesnetzagentur (kurz MPES) muss die An-, Ab- und Ummeldung einer Direktvermarktung dem Netzbetreiber spätestens vor Beginn des der Veränderung vorangehenden Monats im bundesweit einheitlichen, massentauglichen Verfahren gemeldet werden.

In Ausnahmefällen sind Meldungen über das Formular „Anlage 4 des Beschlusses“ der BK 6-16-200 der Bundesnetzagentur möglich.

Ausnahmen sind:

  • Wechsel aus der Direktvermarktung in die EEG Vergütung durch den Anlagenbetreiber
  • Anmeldung für die Direktvermarktung von Neuanlagen durch den Direktvermarkter oder den Anlagenbetreiber

 

Hier finden sie das Meldeformular Direktvermarktung von der Bundesnetzagentur.

Und hier finden sie eine Übersicht der gesetzlichen Fristen bei Direktvermarktungen.

 

Fernsteuerbarkeit der Anlage in der Direktvermarktung

Bitte beachten Sie, dass die Fernsteuerbarkeit durch einen Direktvermarkter nach §10b EEG 2021 nichts mit der Erfüllung der technischen Vorgaben gem. §9 EEG 2021 zu tun hat. Hier liegen also zwei unterschiedliche Sachverhalte vor.

Die Fernsteuerbarkeit gemäß §10b EEG 2021 ist als eine wichtige Voraussetzung für die Förderung ihrer Anlage in der Direktvermarktung. Die Nichteinhaltung führt zu Sanktionierungen ihrer Vergütung.

Bei der Fernsteuerbarkeit gem. §10b EEG 2021 besteht also die Verpflichtung, dass dem Direktvermarkter oder der Person an die der Strom veräußert wird, die Befugnis eingeräumt wird, die Anlage fernzusteuern.

Neuanlagen müssen nicht vor Beginn des zweiten auf die Inbetriebnahme der Anlage folgenden Kalendermonat fernsteuerbar sein.

Weitere Nachweisfristen zur Fernsteuerbarkeit entnehmen sie dieser Übersicht.

Der NGN MBH ist zur Fernsteuerbarkeit durch Dritte ein entsprechender Nachweis einzureichen. Hier geht es zum Nachweisformular.

Das vollständig ausgefüllte Formular senden sie bitte an abrechnung-einspeiser@swk.de

Direktvermarktungspflichten und -möglichkeiten bei KWK-Anlagen

Was bedeutet Direktvermarktung?

Nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes bedeutet Direktvermarktung die Veräußerung von eingespeisten Strom an Dritte. Dieser Strom stammt demnach aus KWK-Anlagen die gemäß dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz betrieben werden. Nicht zur Direktvermarktung gehört Strom welcher in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage und nicht durch ein öffentliches Netz geleitet wird.

Wer muss direkt vermarkten bzw. ab wann besteht eine verpflichtende Direktvermarktung?

Betreiber von KWK Anlagen mit einer Anlagengröße von mehr als 100 kW installierter Leistung und einer Inbetriebnahme nach dem 01.07.2016 haben die Verpflichtung, den in das Stromverteilernetz eingespeisten Strom, direkt zu vermarkten.

Optional besteht auch für Anlagen <100 kW die Möglichkeit ihren Strom an Dritte zu verkaufen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine registrierende Leistungsmessung. 

 Hinweis: Durch die Anlagenzusammenfassungsregel kann es daher durchaus dazu kommen, dass mehrere Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen, zum Zwecke der Ermittlung einer Direktvermarktungspflicht, zusammengefasst werden.

Wer kann direkt vermarkten?

Es besteht für Anlagen mit einer installierten Leistung < 100 kW (§4 KWK-G 2020) die Option ihren Strom direkt zu vermarkten. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine registrierende Leistungsmessung. 

Welche Fristen gelten bei der An-, Ab- und Ummeldung von Direktvermarktung?

Hinweis: Gemäß der Festlegung von Marktprozessen für Einspeisestellen der Bundesnetzagentur (kurz MPES) muss die An-, Ab- und Ummeldung einer Direktvermarktung dem Netzbetreiber spätestens vor Beginn des der Veränderung vorangehenden Monats im bundesweit einheitlichen, massentauglichen Verfahren gemeldet werden.

In Ausnahmefällen sind Meldungen über das Formular „Anlage 4 des Beschlusses“ der BK 6-16-200 der Bundesnetzagentur möglich.

Ausnahmen sind:

  • Anmeldung für die Direktvermarktung von Neuanlagen durch den Direktvermarkter oder den Anlagenbetreiber

 

Hier finden sie das Meldeformular Direktvermarktung von der Bundesnetzagentur

Fernsteuerbarkeit bei Direktvermarktungsanlagen

Bitte beachten Sie, dass die Fernsteuerbarkeit durch einen Direktvermarkter nach §10b EEG 2021 nichts mit der Erfüllung der technischen Vorgaben gem. §9 EEG 2021 zu tun hat. Hier liegen also zwei unterschiedliche Sachverhalte vor.

Die Fernsteuerbarkeit gemäß §10b EEG 2021 ist als eine wichtige Voraussetzung für die Förderung ihrer Anlage in der Direktvermarktung. Die Nichteinhaltung führt zu Sanktionierungen ihrer Vergütung.

Bei der Fernsteuerbarkeit gem. §10b EEG 2021 besteht also die Verpflichtung, dass dem Direktvermarkter oder der Person an die der Strom veräußert wird, die Befugnis eingeräumt wird, die Anlage fernzusteuern.

Neuanlagen müssen nicht vor Beginn des zweiten auf die Inbetriebnahme der Anlage folgenden Kalendermonat fernsteuerbar sein.

Weitere Nachweisfristen zur Fernsteuerbarkeit entnehmen sie dieser Übersicht.

Der NGN MBH ist zur Fernsteuerbarkeit durch Dritte ein entsprechender Nachweis einzureichen. Hier geht es zum Nachweisformular.

Das vollständig ausgefüllte Formular senden sie bitte an abrechnung-einspeiser@swk.de

 

 

Ausschreibungs­verfahren

Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetzes 2021 (EEG 2021) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2021) gilt für Anlagenbetreiber die verpflichtende wettbewerbliche Ermittlung der Vergütungshöhe am Markt durch Ausschreibungen. Das Ausschreibungsverfahren wird durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) durchgeführt.

Gefördert werden dabei die Anlagenbetreiber (Akteure), die die geringste Förderung für ihre Neuanlage fordern. Weitere Kriterien sind die Einhaltung des Höchstwertes und des Ausschreibungsvolumens. Betroffen sind Solaranlagen, Windenergieanlagen an Land und Biomasseanlagen, KWK-Anlagen die neu in Betrieb genommen werden. Unter gewissen Voraussetzungen können auch Biomasse-Bestandsanlagen am Ausschreibungsverfahren zur Verlängerung der Vergütungsfähigkeit und zum Erhalt einer Anschlussförderung teilnehmen.

Umfassende Informationen erhalten Sie zudem auf der Seite der Bundesnetzagentur.